Die Referenten

Prof. Dr. Max Otte „Der Crash kommt“

"Wir ha­­­ben nicht den Eu­ro ge­ret­tet oder Eu­ro­pa vor ei­­­nem Krieg be­­­wahrt. Grie­chen­­­land hatte ei­­­nen Ein­­­bruch von 20 Pro­­­zent der Wir­t­­­schafts­leis­tung zu ver­­­­­kraf­ten. Die Ar­­­beits­lo­­­sig­keit nä­hert sich 30 Pro­­­zent, die Ju­­­gen­d­ar­­­beits­lo­­­sig­keit 50 Pro­­­zent. Eben­­­so in Spa­­­ni­en. Sieht so ei­­­ne Ret­tung aus? „Ge­ret­tet“ ha­­­ben wir die Gläu­­­bi­­­ger und die Fi­nan­­­ze­­­li­ten – auf Kos­ten der Bür­­­ge­rin­­­nen und Bür­­­ger im Nor­­­den UND im Sü­­­den. Und da­­­für ha­­­ben wir un­­­ser Rechts- und Geld­­­sys­tem zer­­­stört!“

(Max Otte 7.12.2012; Quelle Handelsblatt vom10.12.2012)

Seine 2006 erfolgte Voraussage einer Finanzkrise machte ihn mit Eintreffen der Finanzkrise 2007 zum begehrten Vortragsredner und Fernsehgast. (Quelle Wikipedia)

 

Prof. Dr. Dirk Löhr „Die Plünderung der Erde“

Professor für Steuerlehre und Ökologische Ökonomik an der Hochschule Trier. Prof. Dr. Löhr war u.A. als Prokurist in einem internationalen Hotelkonzern (einschl. der Börseneinführung), als Hauptabteilungsleiter in der Deutschen Bahn AG, als Steuerberater, als Mitglied im Gutachterausschuss für Immobilienbewertung (Rheinhessen-Nahe) und als Consultant in der Entwicklungszusammenarbeit tätig.

Seine These:
Finanzkrisen sind Krisen des Geldsystems und zugleich Krisen der Eigentumsordnung.

 

Prof. Dr. Felix Fuders

Prof. Dr. Felix Fuders lehrt Volkswirtschaftslehre, insbesondere Mikroökonomie und Wirtschaftspolitik an der Universidad Austral de Chile.

Er beschäftigt sich seit einigen Jahren mit dem Fehler in unserem Geldsystem und hat mehrere Fachbeiträge zum Thema verfasst. Er ist Mitglied der Gesellschaft für Nachhaltigkeit und im Netzwerk für Nachhaltige Ökonomie.

 

Prof. Dr. Johann Walter

Professor für Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, vorher Referent im Bundeswirtschaftsministerium und am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.

 

seine Thesen:

  1. Systembedingt baut sich zunehmend eine Überschussliquidität auf
  2. in diesem Zusammenhang ist weniger von einer "Stockung des Geldumlaufs" zu sprechen, als davon, dass das Geld "auf Abwege" gerät.
  3. Zur "Reparatur" ist eine Finanztransaktionssteuer eher geeignet als andere Steuern und auch einer Umlaufsicherungsgebühr überlegen.
  4. Damit könnte in doppeltem Sinne (aufkommens- und verwendungsseitig) auch die Realisierung des angesprochenen magischen Dreiecks unterstützt werden.

Detlef Wendt

stellv. Vorsitzender des Ökosozialen Forums Deutschland e.V., ab. 1.1.2013 Präsident des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz (TLV)

 

 

Christian Gelleri

ist ausgebildeter Diplom-Handelslehrer und Diplom-Betriebswirt.

Sein Thema: Geldsysteme der Zukunft
Versagen des Geldkreislaufes, monetäre Ursachen der Krisen und zeitgemäße Lösungsansätze.

Er setzt drei Schwerpunkte:
- Zur Instabilität: Quantitätstheorie und sinkende Umlaufgeschwindigkeit an Beispielen weltweit
- Lösungsansätze: Geldmengenerhöhung versus Umlaufsicherung
- Feldversuche mit umlaufgesicherten Geldsystemen

Als Ini­tia­tor der Re­gio­nal­wäh­rung Chiem­gau­er hat er die Ver­brei­tung von Re­gio­gel­dern in Deutsch­land maß­geb­lich ge­prägt. Als Grün­dungs­vor­stand des Re­gio­geld­ver­ban­des ver­fügt er über ein brei­tes Wis­sen zu Stand und Per­spek­ti­ven des Re­gio­gel­des.

 

Klaus Willemsen

Wohlstand lässt sich ohne Wachstum sichern.

Ein Null-Zins-Niveau schafft die Voraussetzung für Vollbeschäftigung, den Abbau von Überschuldung und Spielraum zur Erholung von Mensch und Natur. Nur wenn es gelingt, die Kapitalkosten dauerhaft zu senken, wird die gefährliche Polarisierung der Gesellschaft gestoppt. Nur dann wird sich Arbeit wirklich lohnen und wird sinnlose Arbeit vermeidbar. Ein Null-Zins-Niveau setzt ausreichend Ressourcen frei, um gesellschaftlich wünschenswerte Tätigkeiten zu finanzieren.

Willemsen ist Referent der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung e.V.
www.klaus-willemsen.de

Fritz Andres

Zur Person:
Ausbildung: Jurist
Beruf: Leitung einer mittelständischen Privatbrauerei  in Rheinland-Pfalz
Derzeitige Tätigkeit: Vorstandsmitglied im Seminar für freiheitliche Ordnung von Kultur, Staat und  Wirtschaft, Bad Boll, und der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft 1950 e.V.
Lehraufträge an der Uni Karlsruhe und der FH Trier/Umweltcampus Birkenfeld

Thesen zum Forum "Geldreform – Beschäftigung – Umweltschutz: Bedeutung, Auswirkungen und Zusammenhänge"

Die Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass wir etwas an unserem Geldwesen ändern müssen, um die Konjunktur zu stabilisieren und von den Extravaganzen der Finanzmärkte abzukoppeln.

Damit würde etwas erreicht, was viele für unerreichbar und manche nicht einmal für wünschenswert halten: Vollbeschäftigung. Diese ist allerdings nicht ein Maßstab für die Quantität der Arbeit (etwa: 48 Stundenwoche für jeden!), sondern für den Freiheitsgehalt der Arbeit! Sie ändert ganz grundsätzlich den Charakter der Gesellschaft.

Bedeutet Vollbeschäftigung aber nicht noch mehr Ressourcenverbrauch? Gibt es also nicht einen Zielkonflikt zwischen Vollbeschäftigung und Umweltschutz? Die Erfahrung zeigt, dass die ökologisch notwendigen Begrenzungen des Ressourcenverbrauchs in Demokratien nur bei Vollbeschäftigung mehrheitsfähig sind, weil dann die unvermeidlichen Arbeitsplatzverluste an anderer Stelle durch die Entstehung neuer, ökologischerer Arbeitsplätze kompensiert werden. Vollbeschäftigung ist daher ein wichtiger Baustein dafür, den Staat ökologisch handlungsfähig zu machen.

Jürgen Büssow

Regierungspräsident a.D

Der Mann ist das Spiegelbild seiner Partei, der SPD, schlechthin: Hin- und hergerissen zwischen einem ausgeprägten sozialen Bewusstsein und dem Bemühen, den Schwachen zu helfen einerseits. Andererseits der mit den Jahren gewachsenen, pragmatischen Einsicht, dass Geld erst verdient werden muss, bevor man es ausgibt. (Quelle: rp-online)

 

Thomas Wendel

Diplom-Politologe, arbeitet seit Anfang 2011 als Hightech-Reporter für das Wirtschaftsmagazin "Capital". Zuvor war er Telekommunikations-Redakteur und Reporter im Unternehmensressort der "Financial Times Deutschland".

Wendel untersuchte in seiner Diplomarbeit an der Freien Universität Berlin die ökonomischen Resultate des Wörgler Freigeldexperiments 1932/33 und die Frage, ob ähnliche Versuche mit umlaufgesicherten Währungen auch heutzutage Armut und Wirtschaftskrisen etwa in Entwicklungsländern wirkungsvoll bekämpfen können.

Nach seinem Studium schrieb er als freier Journalist zunächst über Politik-, Wirtschafts-, Technologie- und Gesellschaftsthemen für Magazine und Zeitungen wie "Der Spiegel", "Spiegel Special", "BrandEins", "Die Zeit" oder "Süddeutsche Zeitung Magazin", bevor er im Jahr 2000 in die Wirtschaftsredaktion der "Berliner Zeitung" eintrat. Thomas Wendel lebt in Berlin.

 

Eckhard Behrens

Eckhard Behrens ist Volljurist mit umfassendem Studium der Volkswirtschaftslehre in Bonn und Frankfurt am Main, insbesondere bei Prof. Dr. iur. Franz Böhm, einem der geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft.

Schon sein Studium wurde angeregt durch das 1958 mitbegründete Seminar für freiheitliche Ordnung e.V., Bad Boll (www.sffo.de), das sozialwissenschaftliche Tagungen veranstaltet und die Schriftenreihe "Fragen der Freiheit" herausgibt. Ehrenamtlich ist er dort seit 1987 im Vorstand.

Veranstalter

Sozialwissenschaftliche Gesellschaft
Volkshochschule Essen